Hansjörgs Blogeinträge

Wechselwirkungen von Menschheits- & Architekturgeschichte

-und die Entwicklung des Denkens-

Willkommen auf meinem Blog. In den nächsten Wochen werde ich mich in diesem Blog mit dem Thema der Formensprache beschäftigen. Jeden Mittwoch wird es einen neuen Beitrag geben. Einen kurzen Themenüberblick finden sie hier. Der heutige Beitrag wird sich mit dem Thema "Wechselwirkung von Menschheitsgeschichte und Architekturgeschichte und die Entwicklung des Denkens" befassen.

Speziell in der Malerei lässt sich die Entwicklung der Wahrnehmung im menschlichen Denken am Verlauf ihrer Geschichte aufzeigen. In frühen Darstellungen wurden nur wenige, wichtige Motive einschichtig nebeneinander dargestellt, die meist einem bildhaften Zauber unterliegen.
Mit beginnender Kulturentwicklung kann eine zunehmende Differenzierung oder symbolhafte Ausstattung in den Motiven festgestellt werden, z. B. durch den Versuch, zusammenhängende Geschichten in neben- oder hintereinander gestaffelten Ebenen zu erzählen.

Der Mensch war in seinem Denken noch nicht so weit, Gesichter und Landschaften räumlich auf einer ebenen Fläche umzusetzen. Erste Ansätze einer räumlichen Darstellung sind in den römischen Malereien der Spätzeit und aus jüngerer Kunstgeschichte ab der Frührenaissance zu finden. In seinem Denkvermögen ist der Mensch jetzt in der Lage, eine drei-dimensionale Wirklichkeit auf eine zweidimensionale Scheinwelt zu reduzieren.
Ein weiteres Beispiel aus der plastischen Kunst: In gleicher Weise wie eine Darstellung in der Malerei Rückschlüsse auf den Entwicklungsstand des Denkens bei den beteiligten Künstlern zulässt - einen Raum von allen Seiten zu erfassen - lässt sich diese Entwicklung auch auf die plastische Kunst übertragen.
Ursprünglich hatte eine Vollplastik meist einen symbolhaften Wert etwa in der Darstellung einer Gottheit oder allgemein einer Herrschergestalt, ohne sie zu porträtieren.

Mit beginnender Erfassung des Raums tritt aber auch die Einzelpersönlichkeit immer mehr in Erscheinung, d.h. die Gesichter erhalten individuelle Züge. Die Büste, bei der es um die Abbildung einer bestimmten Einzelperson geht, wird entwickelt.

Das Geschichtsbild der abendländischen Kultur wird überwiegend von Ereignissen aus dem Europäisch – Vorderasiatischen Raum geprägt. Es ist also zu hinterfragen, ob es an anderer Stelle ähnliche Voraussetzungen gegeben hat, die eine ähnliche Entwicklung vom gefühlsbestimmten zum analytisch geprägten Denken möglich gemacht haben.
Als allgemeine Aussage ist festzuhalten, dass der Prozess hin zu abstraktem Denken mit der Fähigkeit zum dreidimensionalen Vorstellungsvermögen verbunden ist, dass dieser Prozess nicht überall zeitgleich stattgefunden hat, aber in Europa zum ersten Mal vollzogen wurde.
Das Gehirn des Menschen ist ein Hochleistungsorgan, dessen Grenzen noch lange nicht erreicht sind. Der Abschnitt über die Entwicklung des Denkens wurde hier nicht nur wegen der wichtigen Erkenntnismöglichkeiten aus Geschichte, sowie Art und Weise der Gestaltung unserer Umwelt, insbesondere der Architektur vertieft, sondern auch, um darauf hinzuweisen, dass denken kein von Anfang an naturgegebenes Geschenk ist, dass diese Fähigkeit durch logische Wissenschaften und künstlerisches Betätigen von Kind auf erarbeitet werden muss.
Es ist besonders im Zeitalter der Computertechniken und der virtuellen Welten wichtig, dass das Denken nicht durch bloßes Konsumieren manipulierbar gemacht wird, sondern durch sinnvolles Handeln weitergeschult wird.

Der nächste Blogbeitrag erscheint am 22.08.2018 und wird sich mit dem Thema: "Anfänge der Gesellschaftsentwicklung" beschäftigen.

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