Hansjörgs Blogeinträge

Die Moderne

Willkommen auf meinem Blog. In den nächsten Wochen werde ich mich in diesem Blog mit dem Thema der Formensprache beschäftigen. Jeden Mittwoch wird es einen neuen Beitrag geben. Einen kurzen Themenüberblick finden sie hier. Der heutige und vorerst letzter Beitrag wird sich mit dem Thema "Die Moderne" befassen.

Der moderne Computer hat die Arbeitswelt in vielen Bereichen, so auch in Architekturbüros grundlegend verändert. Während früher die Realisierung von Bauvorhaben einen großen Einsatz an Arbeitskräften, unterstützt von wenig technischen Hilfsmitteln, erforderte, können diese heute durch elektronische Datenverarbeitung mit erheblich geringerem Personaleinsatz durchgeführt werden; d.h. es ist eine schnellere, kontrolliertere und exaktere Umsetzung auch schwierigster Bauvorhaben möglich.

Das macht Zeit frei für Gestaltungsspielräume. Komplizierte Entwurfsvorgänge, die früher nur unter großem Aufwand zu realisieren waren, können heute in kürzerer Zeit mit weniger Aufwand von kreativen Fachleuten verwirklicht werden.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Nachhaltigkeit einer Baumaßnahme während der Errichtung, der Nutzung und schließlich der eventuellen Beseitigung. Es geht darum, nach bestem Vermögen die Ressourcen unserer Erde zu schonen und wenigstens auf derzeitigem Niveau zu halten - zum Beispiel durch Verwenden natürlicher, durch gute Speicherfähigkeit von Wärme und Feuchtigkeit verbessernder, den Wohnkomfort steigernder Materialien.

Schließlich gilt es, die unterschiedlichsten Wohnbedürfnisse entsprechend unserem gesellschaftlichen Leben zufrieden zu stellen. Auf dem Land oder in landähnlichen Strukturen leben heißt: wohnen und dabei sich ausreichend versorgen können mit den notwendigsten Handwerks- und Dienstleistungen - zumindest mit einem mobilen Angebot - sowie gewährleisten bestmöglicher Anbindungen an Verkehrs- und Datennetze.

In hoch verdichteten Gebieten der Stadt leben bedeutet im Allgemeinen ein gutes Angebot zur Versorgung für den kurz-, mittel- und langfristigen Bedarf bei überschaubaren Entfernungen, erfordert aber andererseits eine überlegte Abstimmung in der örtlichen Bebauungsplanung, damit ein gutes und gesundes Wohnumfeld möglich ist.

Rückblick: die Wertschätzung für das Bauen in historischem Stil hat sich in Europa erst, nachdem sich demokratischen Strukturen durchzusetzen begannen, also in der Zeit nach dem ersten Weltkrieg, entscheidend abgeschwächt. Das Interesse galt von da ab vermehrt der Wiedergabe der technischen Wirklichkeiten in Anerkennung der im Bauhaus entwickelten Ästhetik ‚der Neuen Sachlichkeit’ weil sie von der Gesellschaft akzeptiert wurde. Dieser wichtige Prozess in der allgemeinen Bewusstseinsbildung führte einerseits zu einer Loslösung von jahrhunderte alten Zöpfen, andererseits aber auch zu einer gewissen seelischen Verarmung.

Ausblick: Die zeitgenössische Kunst ist immer im Zeitgeist verwurzelt, aber der Künstler entwickelt hieraus seine Visionen. Das gilt auch für die Architektur. In dieser Hinsicht setzt sich der Architekturschaffende mit den ihm zu Verfügung stehenden augenblicklichen Möglichkeiten auseinander, indem er die gegenwärtige Situation analysiert und auf dieser Grundlage seine in die Zukunft weisenden Gedanken umsetzt.

Daraus folgt: es gibt einerseits Bauten, deren Konzeption in der Vergangenheit verwurzelt ist und die im Allgemeinen nur durch ein modernes Kleid dem jeweiligen Nutzungszweck angepasst sind. Andererseits gibt es Bauten, die formal und funktional, wie auch geometrisch oder organisch konzipiert, völlig neue Wege aufzeigen - von überzeugenden Ansätzen bis zur Umsetzung verrückter, Effekte erhaschender Ideen. In der Auseinandersetzung mit diesen gegensätzlichen Herangehensweisen ergeben sich unterschiedliche Möglichkeiten der Bewertung, die entweder unsere Gemütskräfte anrühren oder solche, mit denen sich unser Verstand messen muss.

Der nächste Blogbeitrag erscheint am 21.11.2018 und wird sich mit dem Thema: "Zusammenfassung" beschäftigen.

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