Hansjörgs Blogeinträge

Biometrisch und geometrisch geprägte Formen

Sonderfall Rechtwickligkeit

biometrisch und geometrisch

Willkommen auf meinem Blog. In den nächsten Wochen werde ich mich in diesem Blog mit dem Thema der Formensprache beschäftigen. Jeden Mittwoch wird es einen neuen Beitrag geben. Einen kurzen Themenüberblick finden sie hier.

Der Begriff ‚biometrisch geprägt’ bezeichnet in der Architektur:
gebaute Formen, die sich in ihrem gestalterischen Ansatz von der pflanzlichen Natur inspirieren lassen - im Gegensatz zu den geometrischen Formen, die mehr von der analytisch geprägten Geometrie abgeleitet werden können – mit dem Sonderfall der orthogonalen Formung.

Ein Blick zurück in die Anfänge der Kulturgeschichte impliziert, dass erste bauliche Maßnahmen des Homo sapiens mit Sicherheit - wie im Tierreich - dem eigenen Schutz dienten. Diese waren den naturräumlichen Gegebenheiten entsprechend angepasst, wurden ohne Planer errichtet und sind aus einem Gefühl intuitiven Handelns heraus entstanden.

Mit verfeinert werdenden handwerklichen Fähigkeiten begann der Mensch, sein Umfeld einzubeziehen sowie mehr und mehr zu gestalten und durch Bedürfnisse und Erfahrungen sein emotionales Denken zu erweitern. Diese Erkenntnisse wurden durch die Wechselwirkung von Notwendigkeiten, die von außen kommen und Reaktion, die dadurch von innen erforderlich werden, zur Grundlage einer bewussten Gestaltung der Umwelt. Entsprechend wurden auch immer komplexere und größere Bauwerke errichtet, deren Formsprache sich zunächst überwiegend naturräumlichen Gegebenheiten anpasste. Diese Entwicklung wurde von einer Elite gefördert und auf baulicher Seite, vor allem in Bauwerken mit besonderer Bedeutung wie Tempel, Versammlungs- und sonstige Gebäude für die Allgemeinheit, oder auch Militäranlagen usw. unter Beteiligung von eingearbeiteten Kräften umgesetzt, nachdem in einem vorausgegangenen Schritt Erfahrungen an Bauwerken zum Wohnen selbstverständlich geworden waren.

Biometrisch und geometrisch geprägte Formen 2

Mit zunehmender Organisation des Gemeinschaftslebens bestimmten mehr und mehr rationale Impulse das Denken der Gesellschaft. Eine bis dahin traditionelle, im Gefühlsleben verwurzelte Bauweise, wurde langsam zurückgedrängt. Es entwickelte sich das Bedürfnis, durch eine neutrale Gestaltung des räumlichen Umfeldes, Raum für freies analytisches Denken zu geben. Das wurde auf baulicher Seite besonders dadurch möglich, als in der Architektur der rechte Winkel, der in Bezug auf unsere Gefühlsbeeinflussung nur mittelbaren Einfluss hat, als vorherrschendes Gestaltungselement angewandt wurde. Dieser Prozess zog sich über lange Zeiträume hin und verlief mit manchen Vor- und Rückschritten nicht immer kontinuierlich.

Biometrisch und geometrisch geprägte Formen 3

Heute ist in der Architektur der rechte Winkel das vorherrschende Gestaltungselement. Unsere Gefühle werden dadurch wenig angesprochen, und es entsteht in unserer technisch medial geprägten Welt zunehmend der Wunsch, wieder in einer lebendig gestalteten Umwelt und in einer eben so gestalteten Architektur zu leben, die auch unsere Gefühle wieder zum Schwingen bringt. Dafür sind heute die Architekten gefordert.

Der nächste Blogbeitrag erscheint am 25.07.2018 und wird sich mit dem Thema: "Architektur und Architekt" beschäftigen.

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