Hansjörgs Blogeinträge

Anfänge der Gesellschaftsentwicklung

Willkommen auf meinem Blog. In den nächsten Wochen werde ich mich in diesem Blog mit dem Thema der Formensprache beschäftigen. Jeden Mittwoch wird es einen neuen Beitrag geben. Einen kurzen Themenüberblick finden sie hier. Der heutige Beitrag wird sich mit dem Thema "Anfänge der Gesellschaftsentwicklung" befassen.

Der nachfolgende Abschnitt geht von der These aus, dass Bewusstseinsstufen und Handlungsweisen stets miteinander verknüpft sind entsprechend dem Geist der jeweiligen Zeitepoche und der handelnden Personen.
Am Anfang lebte der Mensch in Gemeinschaften innerhalb von familienähnlichen Verbänden und entwickelte erste Sozialstrukturen mit gesellschaftlichen Aufgabenverteilungen, wie Nahrungsvorsorge, Vorsorge für Nachkommen und Erhalt der Sippe.

Der Mensch war den Naturgewalten wie Unwetter jeglicher Art, Hitze und Kälte ausgeliefert. Er konnte sich am Anfang seiner Entwicklung nur unter klimatisch optimalen Bedingungen behaupten und musste später bei seiner Ausbreitung über die Erde sich - im Gegensatz zu den Tieren, deren Schutzvorrichtung genetisch veranlagt ist - durch eigene effiziente Maßnahmen schützen lernen.
Mit Beginn seiner Sesshaftwerdung könnten bei zunehmender Siedlungsdichte und bei fehlenden natürlichem Ressourcen durch eine beginnende Agrarkultur wie Ackerbau und Viehzucht erste Formen von Unterkünften vorzugsweise im Schutze von besonderen geologischen Gegebenheiten wie Höhlen, Felsüberhängen usw. entstanden sein.

Später wurden zur allgemeinen oder persönlichen Lebensgrundsicherung - wie kurz oder langfristiges Wohnen, Sicherung der beweglichen und unbeweglichen Güter, Verteidigen usw. - einfache Katen, Stein- und Pfosten-häuser errichtet. Dabei bediente sich der Mensch vorhandener, natürlicher Materialien und fügte sie unter Einhaltung der statischen Erfordernisse zweckentsprechend zusammen.

Erste Unterkünfte waren oft transportabel oder bestanden aus einem Raum für den vorübergehenden oder dauerhaften Schutz.
Später wurde der Raum größer, oder es kamen mit zunehmender Differenzierung der Gesellschaft und deren Bedürfnisse weitere Räume hinzu. Hierbei orientierten sich die Bewohner teils an Vorbildern aus der Natur oder sie entwickelten je nach vorhandenen Materialien, Nutzungsanforderungen, topografisch meteorologischen Gegebenheiten eigene Ausformungen wie
z.B.
- in klimatisch kälteren Regionen eher kleine Siedlungsstrukturen aus Holz und
- in klimatisch mittleren Regionen teilweise größere Stadtanlagen mit Wohn-vierteln, Versammlungs- und Markthallen, religiöse und der Verteidigung dienenden Anlagen aus Fachwerk oder Stein.

Ursprünglich war der Mensch Teil seiner natürlichen Umgebung und konnte nur durch Anwendung besonderer Verhaltensformen und Techniken überleben. Das trifft auch heute noch zu, jedoch der Anteil seiner natürlichen Umgebung wird immer kleiner. Heute grenzt sich der Mensch zunehmend von der Natur aus z.B. durch den Bau von Hochhäusern und riesigen Wohnanlagen.

Diese Entwicklung ging und geht natürlich je nach Umweltbedingungen und geschichtlicher Situation langsam, in vielen Gegenden unterschiedlich mit vielen Fort- und Rückschritten von statten.
In frühen Zeiten, als der Homo Sapiens noch nicht wie heute analytisch denken konnte, wurde sein ganzes Bewusstsein von der Umwelt und seinen Empfindungen vereinnahmt wie Hunger, Angst und vor allem Suche nach Sicherheit. Entsprechend wurde die Umgebung des Menschen selbstverständlicher Bestandteil seiner Empfindungen wie:

Höhle = Geborgenheit,
Speerspitze = Angriff usw.

Am Anfang dieser Phase wurde der Mensch von seinem intuitiven Denken geleitet und er empfand vielleicht den Zustand des bedingungslosen Ausgeliefert seins in der Natur, ohne selbst bestimmend eingreifen zu können als ‚paradiesischen Zustand’.

Dieses Urempfinden ist auch heute noch vorhanden. Viele Grundregeln lassen sich beim Beobachten von Kleinkindern erahnen, wenn sie spielen, z.B. in der Selbstverständlichkeit wie sie Situationen, die Erwachsene als bedrohlich empfinden, hinnehmen, wie sie mit Tüchern und Bändern schützende Bereiche und ihre Butzen aufbauen.

Der nächste Blogbeitrag erscheint am 29.08.2018 und wird sich mit dem Thema: "Mensch und Architektur" beschäftigen.

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