Hansjörgs Blogeinträge

Architektur und Architekt

Architekt und Architektur

Willkommen auf meinem Blog. In den nächsten Wochen werde ich mich in diesem Blog mit dem Thema der Formensprache beschäftigen. Jeden Mittwoch wird es einen neuen Beitrag geben. Einen kurzen Themenüberblick finden sie hier. Der heutige Beitrag wird sich mit dem Thema "Architektur und Architekt" befassen.

Architektur bedeutet im ursprünglichem Sinn die "Wissenschaft des Planens und Errichtens von Bauwerken". Diese Begrifflichkeit entstand aus der Notwendigkeit des Menschen, für seine unterschiedlichen Bedürfnisse Raum zu schaffen.

Architektur ist der Baukunst zuzuordnen. Die Grenze zwischen Kunst und Bauwerk einerseits, sowie Technik und Bauwerk andererseits ist nicht eindeutig zu definieren. Architektonisch kann ein künstlerisch gestaltetes Gebäude ebenso bemerkenswert sein wie ein Gebäude, das nach rein technischen Notwendigkeiten gestaltet wurde. Die Unterscheidung zwischen Architektur als Kunstform und Architektur als konstruktiv funktionale Bauform ist fließend.

Am Anfang der Kulturgeschichte gab häufig eine weltliche oder eine geistliche Person den Anstoß zur Beauftragung und Durchführung einer Baumaßnahme.

Heute werden von Entscheidungsträgern je nach Bedeutung eines Vorhabens bereits weit im Vorfeld Weichen gestellt durch Bedarfsanalysen für die gegenwärtigen und künftig zu erwartenden Situationen sowie deren Auswertung in überregionalen und regionalen Planungen, wie Erstellen von Bedarfsanalysen, Entwicklungs-, Flächennutzungs-, Bebauungsplänen usw. In diesen Prozess sind, zumeist bei größeren Vorhaben andere hochbaunahe, spezialisierte Berufe und Berufsgruppen einbezogen wie Innenarchitekten, Landschaftsarchitekten und Städtebauer, aber auch Fachtechnische Ingenieure wie Statiker, Baugrund- Wärmeschutz-, Schallschutzgutachter, Brandschutz Sachverständige, Energieberater sowie Künstler und Handwerker, die alle durch ihr Wissen zum Gelingen eines Bauwerks beitragen können.

Zentrale Gestalt ist aber der schöpferische, verantwortliche und koordinierende Architekt oder - bei großen Bauvorhaben üblich - eine Gruppe von Fachleuten, die ein-schließlich der Verwaltungs- und Finanztechnischen Vorgänge für die Umsetzung eines Vorhabens zuständig sind.

Durch Schulung der Sinne und Fachkenntnisse der für die Planung Verantwortlichen, ggf. durch eine begleitende Visualisierung, ergibt sich von Anfang an die Möglichkeit, die räumliche Wirkung eines Bauwerks für den Bauherrn, Betrachter oder Nutzer vorstellbar zu machen.

Der nächste Blogbeitrag erscheint am 01.08.2018 und wird sich mit dem Thema: "Bauen für Kinder" beschäftigen.

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Biometrisch und geometrisch geprägte Formen

Sonderfall Rechtwickligkeit

biometrisch und geometrisch

Willkommen auf meinem Blog. In den nächsten Wochen werde ich mich in diesem Blog mit dem Thema der Formensprache beschäftigen. Jeden Mittwoch wird es einen neuen Beitrag geben. Einen kurzen Themenüberblick finden sie hier.

Der Begriff ‚biometrisch geprägt’ bezeichnet in der Architektur:
gebaute Formen, die sich in ihrem gestalterischen Ansatz von der pflanzlichen Natur inspirieren lassen - im Gegensatz zu den geometrischen Formen, die mehr von der analytisch geprägten Geometrie abgeleitet werden können – mit dem Sonderfall der orthogonalen Formung.

Ein Blick zurück in die Anfänge der Kulturgeschichte impliziert, dass erste bauliche Maßnahmen des Homo sapiens mit Sicherheit - wie im Tierreich - dem eigenen Schutz dienten. Diese waren den naturräumlichen Gegebenheiten entsprechend angepasst, wurden ohne Planer errichtet und sind aus einem Gefühl intuitiven Handelns heraus entstanden.

Mit verfeinert werdenden handwerklichen Fähigkeiten begann der Mensch, sein Umfeld einzubeziehen sowie mehr und mehr zu gestalten und durch Bedürfnisse und Erfahrungen sein emotionales Denken zu erweitern. Diese Erkenntnisse wurden durch die Wechselwirkung von Notwendigkeiten, die von außen kommen und Reaktion, die dadurch von innen erforderlich werden, zur Grundlage einer bewussten Gestaltung der Umwelt. Entsprechend wurden auch immer komplexere und größere Bauwerke errichtet, deren Formsprache sich zunächst überwiegend naturräumlichen Gegebenheiten anpasste. Diese Entwicklung wurde von einer Elite gefördert und auf baulicher Seite, vor allem in Bauwerken mit besonderer Bedeutung wie Tempel, Versammlungs- und sonstige Gebäude für die Allgemeinheit, oder auch Militäranlagen usw. unter Beteiligung von eingearbeiteten Kräften umgesetzt, nachdem in einem vorausgegangenen Schritt Erfahrungen an Bauwerken zum Wohnen selbstverständlich geworden waren.

Biometrisch und geometrisch geprägte Formen 2

Mit zunehmender Organisation des Gemeinschaftslebens bestimmten mehr und mehr rationale Impulse das Denken der Gesellschaft. Eine bis dahin traditionelle, im Gefühlsleben verwurzelte Bauweise, wurde langsam zurückgedrängt. Es entwickelte sich das Bedürfnis, durch eine neutrale Gestaltung des räumlichen Umfeldes, Raum für freies analytisches Denken zu geben. Das wurde auf baulicher Seite besonders dadurch möglich, als in der Architektur der rechte Winkel, der in Bezug auf unsere Gefühlsbeeinflussung nur mittelbaren Einfluss hat, als vorherrschendes Gestaltungselement angewandt wurde. Dieser Prozess zog sich über lange Zeiträume hin und verlief mit manchen Vor- und Rückschritten nicht immer kontinuierlich.

Biometrisch und geometrisch geprägte Formen 3

Heute ist in der Architektur der rechte Winkel das vorherrschende Gestaltungselement. Unsere Gefühle werden dadurch wenig angesprochen, und es entsteht in unserer technisch medial geprägten Welt zunehmend der Wunsch, wieder in einer lebendig gestalteten Umwelt und in einer eben so gestalteten Architektur zu leben, die auch unsere Gefühle wieder zum Schwingen bringt. Dafür sind heute die Architekten gefordert.

Der nächste Blogbeitrag erscheint am 25.07.2018 und wird sich mit dem Thema: "Architektur und Architekt" beschäftigen.

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Raumstrukturen

Raumstrukturen

Willkommen auf meinem Blog. In den nächsten Wochen werde ich mich in diesem Blog mit dem Thema der Formensprache beschäftigen. Jeden Mittwoch wird es einen neuen Beitrag geben. Einen kurzen Themenüberblick finden sie hier.

Nachdem in den vorausgegangenen Kapiteln der Schwerpunkt der Betrachtungen auf allgemeine Grundüberlegungen ausgerichtet war, soll in den folgenden Abschnitten das Augenmerk auf Anwendungsbeispiele in der Architektur gelenkt werden.

Nicht nur geometrische Körper wie Kreis, Quadrat, Vieleck bzw. Kugel, Würfel, Quader usw. kommen in der Architektur als Grundformen zur Anwendung. Jeweils auf die Nutzungen oder Bedürfnisse der Nutzer abgestimmt, ist im Allgemeinen eine Vielzahl von unterschiedlichen Grundformen mit unterschiedlichen Raumfunktionen die Regel.

Sie können erreicht werden durch:

1. unterteilen in Einzelformen innerhalb einer umrissenen Gesamtform
→(Subtraktion),
2. zusammensetzen unterschiedlicher Einzelformen und Grundformen
→(Addition),
3. überlappen von Einzelformen bzw. spezifizierte Grundformen
→(Integration).

Meist ist die Raumausbildung nicht nur einer der oben aufgezeigten Varianten zuzuordnen, sondern stellt sich als Kombination von allen drei Gestaltungsprinzipien dar. Aus unzähligen Möglichkeiten, Räume anzuordnen, wie neben-, übereinander, zentral orientiert, regel- unregelmäßig usw. sind vor allem drei Grundmuster auszumachen:

1. Dies sind Anlagen mit axialer und oder mit überwiegend orthogonaler Ausrichtung. Beispiele dafür sind Frühchristliche Kirchen, Kathedralen, Schlösser aber auch moderne Anlagen wie zweibündige Bürogebäude, Bettenstationen von Krankenhäusern usw.

Es sind also Gebäudekonzeptionen, die in ihrer Erschließung meist längssymmetrisch ausgerichtet sind und ihrem Nutzer das Gefühl geben, sich gut und sicher orientieren zu können.

2. Anlagen mit zentraler Ausrichtung,
Taufkirchen, Grabmonumente, Burganlagen oder Stadien usw, die meist konzentrisch ausgebildet sind.

Diese Art von Gebäuden geben ihrem Nutzer das Gefühl gemeinsam zu leben und zu erleben.

3. Es sind Strukturen, die diffus räumlich ausgerichtet sind oder sich einem pflanzlich organischem Gestaltungsprinzip zuordnen lassen. Museen, Kaufhäuser, Englische Gärten usw., die symmetrisch oder asymmetrisch ausgebildet sein können.

Sie geben dem Nutzer das Gefühl Teil eines oft unerwarteten und nicht überüberschaubaren Ganzen zu sein.

Der nächste Blogbeitrag erscheint am 18.07.2018 und wird sich mit dem Thema: "Biometrisch und geometrisch geprägte Formen, Sonderfall Rechtwinkligkeit" beschäftigen.

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Form und Veränderung

Form und Veränderung

Willkommen auf meinem Blog. In den nächsten Wochen werde ich mich in diesem Blog mit dem Thema der Formensprache beschäftigen. Jeden Mittwoch wird es einen neuen Beitrag geben. Einen kurzen Themenüberblick finden sie hier.

In den folgenden Ausführungen über den Begriff ‚Form’ wird vorausgesetzt, dass die Größenverhältnisse der begrenzenden Flächen für den betroffenen Betrachter erlebbar, d.h. nach Größe und Zuordnung menschlichen Maßstäben gerecht werden, um einen räumlichen Eindruck zu ermöglichen.

Die Wirkung einer Form auf den Betrachter ist nicht automatisch gleichbleibend. Sie ist im ersten Moment am stärksten und nimmt im Verlauf der Zeit ab. Erst durch fortwährende Veränderung der Reize für die Sinne ergibt sich eine Wiederherstellung oder sogar eine Steigerung des ursprünglich, ersten Eindrucks.


Es ergeben sich zwei Möglichkeiten:

Der Betrachter bewegt sich innerhalb einer definierten Form (innerhalb eines Raums).

oder

Die Form selber verändert sich bzw. Bestandteile einer Form – indem sich beispielsweise akustische oder optische Elemente ausbreiten.


In der Architektur werden Gebäude unterschieden nach:

Zentralbau und Langhausbau


Übertragen auf die Innenarchitektur:

Räume mit ähnlichen Seitenverhältnissen oder kreisförmigen Grundrissen haben einen zentralen Charakter, während Flure, Arkaden und Räume mit sehr unterschiedlichen Seitenverhältnissen der Kategorie ‚längsgerichtete’ Gebäude zuzuordnen sind.

Es folgen einige Beispiele:

Längsgerichtete Formen entstehen, wenn zwei ebene Flächen in räumlichem Bezug zueinander angeordnet sind. Je enger diese Flächen zusammenkommen, desto ausgeprägter wird das Gefühl einer gradlinigen Führung in Längsachse. Der Kräftefluss parallel verlaufender Begrenzungen eutralisiert sich in Querrichtung und wirkt auf der gesamten Länge gleichmäßig.

Form und Veränderung

Anders bei schräger Anordnung. Hier entsteht Richtung Öffnung ein Bewegungsfluss sowie entgegengesetzt Richtung Verengung eine Stauung.

Form und Veränderung

In Formen mit elliptischem Grundriss wird eine Bewegung in Längsachse spürbar, je länglicher desto deutlicher wird die Bewegungsrichtung.

Form und Veränderung

Der nächste Blogbeitrag erscheint am 11.07.2018 und wird sich mit dem Thema: "Raumstrukturen" beschäftigen.